1. Wie sind Sie zum Segeln gekommen?

Ich habe schon als Kind mit dem Segeln angefangen. Meine erste richtige Jolle war eine Sunfish. Ich war wohl acht oder neun Jahre alt, und am Strand direkt vor dem Hotel unserer Familie befand sich eine kleine Segelschule. Für mich war das Meer immer schon der unkomplizierteste und sicherste Ort, den ich mir vorstellen konnte. Es gab da ein kleines Boot, das schon seit Jahren ungenutzt herumlag. Also habe ich eines Tages den Besitzer gefragt, ob ich das Boot restaurieren und damit segeln gehen könnte.

2. Wann ist Ihnen Ihre Liebe zum Mehr bewusst geworden?

Diese Empfindung hatt ich schon immer. Ich kann mich nicht erinnern, jemals nicht in das Meer verliebt gewesen zu sein. Ich denke, es ist eine einzigartige Umgebung, in der man gut zu sich selbst finden kann.

 

3. Was empfinden Sie, wenn Sie sich mitten in einer Regatta befinden? 

Für mich ist Segeln alles. Ich mag es, zu gewinnen und alles zu geben, wenn ich an Rennen teilnehme.

 

4. Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken: Was ist das größte Opfer, das Sie je gebracht haben?

Wenn du ein Ziel erreichen willst, empfindest du keine Mühe als Opfer. Wir sind privilegiert, weil wir das tun können, was wir lieben. In Wahrheit bringen die Menschen, die uns nahe stehen, die größten Opfer. Wer zu den Besten gehört (oder gehören will), dem bleibt nicht viel Zeit für etwas anderes. Die Familie muss das dann verstehen. Wenn du dann dein Ziel erreichst oder ein Rennen gewinnst, werden auch die Menschen, die dir nahe stehen, zu Gewinnern.

 

5. Gibt es in Ihrem Leben etwas, was Sie bereuen?

Nein, ich bereue nichts in meiner Karriere. Aber wahrscheinlich würde ich mit dem Wissen von heute einige Entscheidungen anders fällen. Normalerweise schaue ich nicht zurück, sondern auf das, was kommt: Wir leben für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit.  

 

6. Wer ist Ihre wichtigste Inspirationsquelle? 

Ich orientiere mich nicht wirklich an Helden. Meine Helden sind meine Familie: meine Frau und meine Kinder. Alles, was wir brauchen, finden wir in uns selbst. Helden braucht man nicht: Wir müssen nur an uns selbst glauben und uns auf unsere Ziele konzentrieren.  

 

7. Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Und wie würden andere Menschen Sie beschreiben? 

Ich bin kein einfacher Mensch, das steht fest. Ich verlange immer das Beste, und das bedeutet für meine Mitmenschen oft, dass sie Opfer bringen müssen. Um 100 % geben zu können, muss man konzentriert bleiben und alles geben, was man hat. Das ist wirklich schwer. Was andere über mich denken, sollten Sie sie lieber selbst fragen.

8. Was möchten Sie unbedingt erreichen?

Im Moment ist es mein Ziel, ein wichtiges Rennen mit dem Luna Rossa Prada Pirelli Team zu gewinnen. Danach werden wir weitersehen ...

 

9. Was war die coolste Regatta, an der Sie je teilgenommen haben?

Da gibt es viele ... und es werden noch mehr werden.

 

10. Gibt es einen bestimmten Ort, an dem Sie gerne einmal eine Regatta segeln möchten?

Ich denke, der beste Ort für Inshore-Regatten ist die Mittelmeer-Region. Für Offshore-Wettkämpfe ist es natürlich der Ozean. 

 

11. Folgen Sie einer bestimmten Routine, bevor Sie für einen Wettkampf an Bord der Luna Rossa gehen? 

Routinen sind alltägliche Prozesse. Da gibt es nicht nur eine Sache. Es geht um die Einstellung, den Glauben an das, was wir zu erreichen versuchen.

 

12. Wer sind Ihre Lieblingssportler?

Das sind einige: Ali, Bolt, Senna, ValeRossi, McEnroe, Maiorca, Naish ... 

 

13. Wie lautet Ihr Motto?

Pfeif auf Mottos – das Leben ist zu kurz dafür. Du musst einfach in allem, was du tust, alles geben – von der Arbeit bis zu Deinem Privatleben.

14. Was gibt Ihnen den besonderen Kick?

Zu wissen, dass ich in der glücklichen Lage bin, das tun zu können, was ich liebe. Sollte ich das eines Tages nicht mehr empfinden, werde ich mir sofort einen neuen Job suchen.

 

15. Wen würden Sie gerne einmal kennenlernen?

Sehr viele Menschen. Um einen Menschen wirklich zu verstehen, braucht man mehr als zehn Minuten. Heute treffen wir Menschen oft über soziale Medien. Aber die zeigen uns für gewöhnlich nicht, wie eine Person in Wirklichkeit ist. Wir alle sind manchmal wie Schauspieler, wenn wir ein Foto oder einen Moment aus unserem Leben posten.

 

16. Wer ist Ihr Lieblingsautor? Und wer Ihr Lieblingsmusiker?

Ich habe keinen Lieblingsautor.  Ich lese, was ich in einem bestimmten Moment interessant finde. In der Musik reichen meine Vorlieben vom Jazz bis zum Bluesrock, von den 1960ern bis heute. Eddie Vedder wäre wohl einer der Musiker, die ich am meisten mag.

 

17. Wenn Sie eine Superkraft haben könnten, welche wäre das? 

Ich würde gerne alle Kriege auf der Welt beenden. Und ich möchte, dass alle Kinder auf der Welt die gleichen Chancen haben wie meine Kinder. Es eine Schande zu sehen, wie im Jahr 2020 Kinder aus Mangel an Nahrung, Wasser oder Medikamenten sterben. Und wir tun nichts, um das zu ändern. Rein gar nichts.

 

18. Welche Phase einer Regatta mögen Sie am liebsten?

Jeder Moment einer Regatta ist wichtig, vom Start bis zum Ziel. Du gewinnst, wenn du einen Fehler weniger machst als dein Gegner.

 

19. Worin besteht die größte Schwierigkeit bei der Führung des Luna Rossa-Teams?

Ich denke, das Schwierigste ist der Umgang mit den Menschen: Wir sind eine große Gruppe, die aus der ganzen Welt kommt. Jeder ist hochqualifiziert und jeder ist super ehrgeizig. Das ist großartig, aber man muss immer die richtige Balance finden, um sicherzustellen, dass das Ergebnis dem Team zugute kommt. 

20. Was würden Sie jungen Menschen empfehlen, die etwas erreichen wollen?

Ich würde Ihnen etwas weitergeben, was mir mein Vater beigebracht hat: Damals hasste ich es, wenn er zu mir sagte: „Hör auf, darüber zu reden, mach es einfach!“ Manchmal verschwenden jüngere Generationen zu viel Zeit mit Nachdenken, bevor sie handeln, weil sie Angst haben, Fehler zu machen. Aber du kannst nur gewinnen oder deine Ziele erreichen, wenn du dich anstrengst und nicht aufgibst. Heutzutage werden Kinder zu sehr von ihren Eltern beschützt. Wir Eltern werden aber nicht ewig da sein, also müssen unsere Kinder den Preis des Scheiterns lernen und verstehen. 

 

21. Wie denken Sie über das Projekt „New Generation“?

Das war ein großes Glück. Wir haben mit einer großen Gruppe junger Leute angefangen – über 400 -–und sind nach einem wirklich langen Auswahlprozess bei 11 hochtalentierten jungen Männern angelangt. Wer in die Zukunft sehen will, muss sich junge Leute ansehen.

 

22. Welchen Einfluss hatten Ihre Eltern auf Sie?

Leider habe ich meine Mutter sehr früh verloren, im Alter von neun Jahren. Es war also nicht einfach. Mein Vater arbeitete damals viel und war oft unterwegs, auf Reisen um die ganze Welt. Er war streng. Ich habe ihm manchmal gesagt, dass ich ihn hasse. Wie wohl alle Kinder, die glauben, dass sie immer Recht haben, wenn sie mit ihren Eltern reden. Dann wurde ich erwachsen und begann, ihn mehr und mehr zu verstehen. Ich erkannte, wie hart es auch für ihn gewesen war, seine Frau mit 49 Jahren zu verlieren und drei Kinder großzuziehen.

 

23. Was ist das Denkwürdigste, das Sie je getan haben?

Meine Frau und meine Kinder sind das Beste, was mir je hätte passieren können. Im Sport liegt das Beste noch vor uns ...

 

24. Was machen Sie an Ihren freien Tagen?

Ich versuche, nicht an die Arbeit zu denken. Hauptsächlich entspanne ich mich und genieße die Zeit mit meiner Familie. 

 

25. Was ist die wichtigste Lektion, die Sie bis jetzt gelernt haben?

Ich denke, das ändert sich ständig. Aber der größte Fehler, den man machen kann, ist sicher, zu viel zu denken und sich zu sehr mit Fehlern der Vergangenheit zu beschäftigen.

26. Was planen Sie für die Zeit nach Luna Rossa?

Ich habe viele Projekte auf meiner Liste, aber im Moment konzentriere ich mich ganz auf den Cup.

 

27. Erinnern Sie sich an einen überraschenden Moment in Ihrer Sportlerkarriere?

Da fallen mir gleich drei Momente ein. Ich war überrascht, als Luna Rossa mich anrief und mir die Möglichkeit eröffnete, Teil des Teams zu werden, denn es war immer mein Traum, einen America's Cup zu segeln. Der zweite Moment war, als Russell Coutts mich anrief, um mich zu bitten, bei Oracle einzusteigen und das Team neu aufzubauen. Und drittens war ich natürlich überrascht, als Patrizio Bertelli mir anbot, die Führung des Teams Luna Rossa zu übernehmen.

 

28. Welche Sportarten sehen Sie sich am liebsten an?

Surfen, Windsurfen, Motorradrennen, Motocross und Tennis.

 

29. Haben Sie als Kind Sport getrieben?

Ich habe viele Jahre lang auf hohem Niveau Tennis gespielt. Außerdem habe Motorrad-Geländesport, Windsurfen und natürlich Segeln als Wettkampfsport betrieben.

 

30. Was war die größte Herausforderung, der Sie sich zu Beginn Ihrer sportlichen Karriere stellen mussten?

Ich habe in meiner Karriere viel Glück gehabt. Manchmal kann ich kaum glauben, was ich alles geschafft und gewonnen habe. Darauf weiß ich wirklich keine Antwort.

 

31. Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie Ihren ersten America's Cup gewonnen haben?

Es war traumhaft und eine Art Erleichterung. Und am Tag danach begann ich schon, an den nächsten Cup zu denken.

32. Was ist Ihre größte Angst, wenn Sie an einer Regatta teilnehmen?

Im Wettkampf ist kein Platz für Angst. Wenn du da Angst empfindest, bedeutet das, dass du schlecht vorbereitet bist.
 

33. Was bedeutet die Beziehung zu Panerai für Sie?

Für mich ist das wirklich wichtig. Ich komme wie Panerai aus Italien und ich habe eine große Leidenschaft für Uhren. Als ich das erste Mal mit Jean-Marc Pontroué zusammentraf, hatte ich die Hoffnung, dass wir nicht nur in kommerzieller Hinsicht, sondern auch bei der Entwicklung zusammenarbeiten werden, und ich denke, dass die daraus entstandenen Luna Rossa-Uhren für sich selbst sprechen.
 

34. Finden Sie sich in den Werten von Panerai wieder?

Ich denke schon, aber da sollten wir Panerai fragen.
 

35. Was gefällt Ihnen an der neuen Luminor Luna Rossa GMT – 42 mm (PAM1096) besonders?

Eigentlich alles – vor allem, dass die Uhr viel mit Luna Rossa gemeinsam hat. Wir haben eng zusammengearbeitet, um dieses Endergebnis zu erreichen.
 

36. Welche Uhr aus der Luna Rossa Edition gefällt Ihnen am besten?

Wahrscheinlich die Luminor Luna Rossa Regatta, aber ich mag auch die Luna Rossa Submersible sehr.
 

37. Was ist wichtigste Funktion einer Uhr bei einer Regatta?

Während einer Regatta ist Zeit ganz entscheidend. Gutes Timing ist alles, vom Start bis zur Ziellinie. Eine Uhr ist daher ein unverzichtbares Werkzeug an Bord.

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